Ein Beitrag von Helmreich Eberlein

Am Sonntag 31.5.2026 haben wir im Carlislepark mit unseren Unterstützern gefeiert: den Sieg von BUND und Bürgerinitiative gegen die Investoren und die Stadt, den Sieg der Stadtnatur am Bahnhofswald gegen die Pläne zu ihrer Zerstörung für ein unnötiges Hotel und Parkhaus.

Wir haben gefeiert mit Musik und Spielen, Reden und Malen, Essen und Trinken, Bäume verschenken und Bäume pflanzen! Insgesamt bis zu 60 Menschen waren dabei. Unser treuer Unterstützer Ütze Oldenburg eröffnete das Fest mit Dudelsack-Musik. Cordelia Feuerhake führte durch das Programm, das viel Musik bot von Peter Pur und von Khaled mit seinem Sohn Adam, die arabische Musik spielten.

Peter Pur & Khaled mit seinem Sohn Adam sorgten für beste musikalische Unterhaltung – ebenfalls zu sehen die gleich unten im Beitrag erwähnten Baumsetzlinge zum Mitnehmen

Günter Strempel berichtete vom endgültig gewonnenen Gerichtsverfahren und dankte dem BUND und den vielen Unterstützern, die in vielfältiger Weise den Erfolg erst möglich gemacht haben. Das nicht zuletzt durch ihre Spenden, um die Kosten für den Rechtsanwalt aufbringen zu können, die weit höher waren als wir uns zu Beginn vorgestellt hatten. Die Stadt hat auf eine aussichtslose Berufung verzichtet und inzwischen auch den Plan aufgegeben, einen neuen Bebauungsplan für den Bereich aufzustellen. Damit ist der Bahnhofswald endgültig gerettet!

Günter Strempel (Mitte) spricht zu den Anwesenden. Links im Bild die BI-Aktivistin und Moderatorin der Veranstaltung Cordelia Feuerhake – die Stimmung war ausgesprochen heiter und ausgelassen.

Die Arbeit der Bürgerinitiative ist damit aber nicht getan, denn jetzt geht es darum, den rechtswidrig gerodeten Bereich wieder zu renaturieren, und dafür hat die BI bereits eine Unterschriftensammlung gestartet. Und am Vortag hatte jemand bereits symbolisch mit der Wiederaufforstung begonnen, siehe den Beitrag im Stadtblog Flensburg

Ralph Müller, Flensburgs Naturschutzbeauftragter, erläuterte, wie diese Renaturierung aussehen sollte: Wiederherstellung des Baumbestandes und Verzicht auf Nutzung und auf Wege, damit keine Pflegemaßnahmen nötig werden. Nur so kann der Bahnhofswald wieder wie früher ein Rückzugsort und Schutzraum für Fledermäuse und Insekten, seltene Vögel und Hermelin werden und seine besondere Funktion als „wilder Rest“ erfüllen, die ihn so einzigartig machte.

Noch ist das Gebiet in Privatbesitz, die Stadt sollte es zu seinem Schutz zurückkaufen, zum Beispiel im Rahmen eines Grundstückstausches bei der Regelung der Regressansprüche.

Danach war das Kuchenbuffet mit vielen leckeren selbstgebackenen Gaben, mit Kaffee und Tee, Wasser und Saft der Anziehungspunkt. Kinder und Erwachsene vergnügten sich mit Spielen wie Fußball, Wikingerspiel und Ringewurfspiel, und es gab wunderschöne Bäume zum Ausmalen, die zu bunten Kunstwerken wurden. Diese wurden am Ende an den nutzlos gewordenen Bauzaun gehängt. Und es gab viele Baumsetzlinge aus privaten Gärten, die an die Anwesenden verschenkt wurden mit der Aufforderung, sie entweder im eigenen Garten oder aber im Sinne des „Guerilla-Gardenings“ auf städtischen Flächen, die eine Aufwertung gebrauchen könnten, einzupflanzen! Der Bahnhofswald verbreitet sich in die ganze Stadt …

Die Baumsetzlinge aufgereiht am Veranstaltungszelt


Zur Geschichte des Bahnhofswalds ein wunderbarer Film der BI Bahnhofsviertel auf youtube

„Kurze Geschichte eines kleinen Waldes“ Eine Erzählung der Vorgänge im und um den Bahnhofswald in Form eines Schattentheaters.